Mittwoch, 24. August 2011



TAG 9:

Massentierhaltung geht gar nicht, das ist klar. Also was tun? Der Fleischindustrie ist etwas hervorragendes eingefallen: Mit Labeln wie „artgerecht“, „Freiland“ oder „natürlich“ will sie uns suggerieren, dass die Tiere ihrer Betriebe ein schönes Leben geführt haben. Viele Konsumenten sind dankbar für diese Nische und beruhigen ihr Gewissen mit Eiern von „glücklichen“ Hühnern oder Fleisch von „glücklichen“ Kühen.

Die Realität der Tiere sieht jedoch ganz anders aus. Die Bio-Industrie ist zu einer Massenindustrie herangewachsen, in der es wahrlich nicht um das Wohl der Tiere, sondern um Kalkulation und Profit geht. Tiere, die auf einem Bio-Hof gehalten werden, geben ihr Fleisch, ihre Haut, ihre Milch oder ihre Eier genauso wenig freiwillig, wie in einer konventionellen Tierfabrik. Wenn eine Bio-Kuh nicht mehr profitable Mengen an Milch produziert, bekommt sie nicht etwa bis an ihr natürliches Lebensende ein „Gnadenbrot“; sie wird in den gleichen Schlachtbetrieben getötet, wie jede andere konventionelle „Milchkuh“ - Ausbeutung pur zum wirtschaftlichen Zweck des Menschen.

Auch in ökologischer Hinsicht sind Tierprodukte mit Bio-Siegel nicht immer die bessere Wahl, wie der  Report der Organisation Foodwatch „Klimaretter Bio?“ zeigt: Demnach entsteht bei der Produktion von Bio-Rindfleisch deutlich mehr CO2 als im Vergleich zu konventionellem Rindfleisch aus der Intensivmast.

Lies hier ein Interview, in dem eine Schlachthaus-Praktikantin von ihren Erfahrungen - auch von Bio-Tieren - berichtet.


"Es gibt kein Fleisch von glücklichen Tieren. Nur von toten."(Karen Duve)

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